Seit Anfang
2011 sammelt der Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V. Münzen und
Geldscheine aus anderen Ländern sowie alte D-Mark. Zahlreiche Kirchengemeinden
und Einrichtungen im Land beteiligen sich an der Aktion „Kleine Münzen – große
Hilfe“ und haben Spendendosen aufgestellt. Immer wieder melden sich auch
private Spender in der Geschäftsstelle des Landescaritasverbandes in Kiel und
bringen Münzen vorbei oder schicken ganze Päckchen mit den Restdevisen von den
letzten Urlaubsreisen. Mehr als 2.200 Euro kamen auf diese Weise bis April
dieses Jahres zusammen. Das Geld fließt in den „Caritasfonds“, aus dem soziale
Projekte finanziert werden, für die sonst keine Mittel zur Verfügung stehen.
Nun kommen erstmals Mittel aus dem Fonds zum Einsatz. Im Haus der Caritas in
Neumünster bieten Migrationsberatung und Seniorenbegegnungsstätte gemeinsam
einen Treffpunkt für ältere Migrantinnen und Migranten an. Nach dem Wegfall
öffentlicher Förderung sichern die Fremdwährungsspenden den Fortbestand dieses
Projekts. Zweimal im Monat treffen sich hier 15 bis 25 Frauen und Männer über
60 Jahre. Die meisten stammen aus Russland, alle sprechen russisch und haben
nur schlechte Deutschkenntnisse. Geleitet wird der Treffpunkt von der
Erzieherin Natalja Djatlow, die beide Sprachen, Deutsch und Russisch, fließend
spricht und ebenfalls russischen Migrationshintergrund hat. Bei jedem zweiten
Treffen findet eine Infoveranstaltung zu verschiedenen für die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer relevanten Themen statt, zum Beispiel Informationen über
Grundsicherung im Alter, die Pflegeversicherung, das deutsche Gesundheitssystem
und seine Leistungen, Ernährung im Alter oder Verbraucherrechte. Oft finden die
Vorträge in russischer Sprache statt. Ist das nicht der Fall, werden die
Inhalte von der Gruppenleiterin ins Russische übersetzt.
Die Räumlichkeiten für die Gruppentreffen werden von der
Caritas-Seniorenbegegnungsstätte zur Verfügung gestellt, für die Verpflegung
sorgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Aus den Mitteln der „Kleinen
Münzen“ wird von den Projektkosten die Aufwandsentschädigung für die
Gruppenleiterin, die die Treffen vorbereitet und organisiert, in Höhe von
446,40 Euro für 2012 finanziert.
Wie wichtig das Projekt ist, bestätigt Caritas-Migrationsberaterin Ludmila
Schlahn: „Ä
ltere
Migrantinnen und Migranten leben häufig sehr isoliert und können nur auf ein
stark begrenztes soziales Umfeld zurückgreifen. Andererseits zeigt unsere
Beratungserfahrung, dass Ältere mit Migrationshintergrund oft in Deutschland
bleiben und nicht in ihr Heimatland zurückkehren. Gründe dafür sind die in
Deutschland lebenden Kinder und Enkelkinder sowie die oft bessere
gesundheitliche Versorgung und die Vertrautheit der sozialen Verhältnisse.“ Dadurch,
dass viele von ihnen nur über schlechte Deutschkenntnisse verfügen und das
Bedürfnis, sich in der Muttersprache zu verständigen, im Alter zunimmt, hat es
sich als sinnvoll erwiesen, sich auf nur eine Sprache – Russisch – zu
beschränken. Und da das Gruppentreffen in der Caritas-Seniorenbegegnungsstätte
stattfindet, besteht auch die Möglichkeit der Begegnung mit den anderen
Besucherinnen und Besuchern.
Der Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V. wird weitere Projekte auswählen,
für die der Erlös aus der Restdevisensammlung sinnvoll eingesetzt werden kann.
Infos und Spendenmöglichkeiten erhalten Sie unter Telefon 0431 / 5902-24 oder
www.caritas-sh.de/79252.html
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