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Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V., 04.06.2012

Kleine Münzen - große Hilfe

Fremdwährungsspenden sichern den Fortbestand des Treffpunkts für ältere Migrantinnen und Migranten bei der Caritas in Neumünster

Seit Anfang 2011 sammelt der Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V. Münzen und Geldscheine aus anderen Ländern sowie alte D-Mark. Zahlreiche Kirchengemeinden und Einrichtungen im Land beteiligen sich an der Aktion „Kleine Münzen – große Hilfe“ und haben Spendendosen aufgestellt. Immer wieder melden sich auch private Spender in der Geschäftsstelle des Landescaritasverbandes in Kiel und bringen Münzen vorbei oder schicken ganze Päckchen mit den Restdevisen von den letzten Urlaubsreisen. Mehr als 2.200 Euro kamen auf diese Weise bis April dieses Jahres zusammen. Das Geld fließt in den „Caritasfonds“, aus dem soziale Projekte finanziert werden, für die sonst keine Mittel zur Verfügung stehen.

Nun kommen erstmals Mittel aus dem Fonds zum Einsatz. Im Haus der Caritas in Neumünster bieten Migrationsberatung und Seniorenbegegnungsstätte gemeinsam einen Treffpunkt für ältere Migrantinnen und Migranten an. Nach dem Wegfall öffentlicher Förderung sichern die Fremdwährungsspenden den Fortbestand dieses Projekts. Zweimal im Monat treffen sich hier 15 bis 25 Frauen und Männer über 60 Jahre. Die meisten stammen aus Russland, alle sprechen russisch und haben nur schlechte Deutschkenntnisse. Geleitet wird der Treffpunkt von der Erzieherin Natalja Djatlow, die beide Sprachen, Deutsch und Russisch, fließend spricht und ebenfalls russischen Migrationshintergrund hat. Bei jedem zweiten Treffen findet eine Infoveranstaltung zu verschiedenen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer relevanten Themen statt, zum Beispiel Informationen über Grundsicherung im Alter, die Pflegeversicherung, das deutsche Gesundheitssystem und seine Leistungen, Ernährung im Alter oder Verbraucherrechte. Oft finden die Vorträge in russischer Sprache statt. Ist das nicht der Fall, werden die Inhalte von der Gruppenleiterin ins Russische übersetzt.

Die Räumlichkeiten für die Gruppentreffen werden von der Caritas-Seniorenbegegnungsstätte zur Verfügung gestellt, für die Verpflegung sorgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst. Aus den Mitteln der „Kleinen Münzen“ wird von den Projektkosten die Aufwandsentschädigung für die Gruppenleiterin, die die Treffen vorbereitet und organisiert, in Höhe von 446,40 Euro für 2012 finanziert.

Wie wichtig das Projekt ist, bestätigt Caritas-Migrationsberaterin Ludmila Schlahn: „Ä
ltere Migrantinnen und Migranten leben häufig sehr isoliert und können nur auf ein stark begrenztes soziales Umfeld zurückgreifen. Andererseits zeigt unsere Beratungserfahrung, dass Ältere mit Migrationshintergrund oft in Deutschland bleiben und nicht in ihr Heimatland zurückkehren. Gründe dafür sind die in Deutschland lebenden Kinder und Enkelkinder sowie die oft bessere gesundheitliche Versorgung und die Vertrautheit der sozialen Verhältnisse.“ Dadurch, dass viele von ihnen nur über schlechte Deutschkenntnisse verfügen und das Bedürfnis, sich in der Muttersprache zu verständigen, im Alter zunimmt, hat es sich als sinnvoll erwiesen, sich auf nur eine Sprache – Russisch – zu beschränken. Und da das Gruppentreffen in der Caritas-Seniorenbegegnungsstätte stattfindet, besteht auch die Möglichkeit der Begegnung mit den anderen Besucherinnen und Besuchern.

Der Caritasverband für Schleswig-Holstein e.V. wird weitere Projekte auswählen, für die der Erlös aus der Restdevisensammlung sinnvoll eingesetzt werden kann. Infos und Spendenmöglichkeiten erhalten Sie unter Telefon 0431 / 5902-24 oder www.caritas-sh.de/79252.html .

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