Caritasverband Schleswig-Holstein - Altersarmut in der Fremde

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Caritas-Jahreskampagne 2012: Armut macht krank

Altersarmut in der Fremde

Herr C. ist 67 Jahre, verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder, die selbst Familie haben. Herr C. lebt seit 1969 in Deutschland. Er kam damals aus Spanien hierher und fand sofort Arbeit, er war in verschiedensten Firmen tätig, zuletzt in der Herstellung und Verarbeitung von Autoreifen. In "seiner" Firma wurden dann 1996 Stellen abgebaut, auch seine war darunter, nach über zehn Jahren schwerer Arbeit nun plötzlich das "Aus". Herrn C. ärgert es besonders, dass er zum damaligen Zeitpunkt die Kündigung erhielt, im Alter von 53 Jahren, bevor der Kündigungsschutz mit 54 Jahren eintrat.

Armut in der Fremde (Foto: Deutscher Caritasverband e.V./KNA)

Bereits zehn Wochen nach der Kündigung wurde er in seinem alten Betrieb vorübergehend für elf Monate wieder eingestellt. Es gelang ihm, zu den gleichen Bedingungen zu arbeiten. Danach war Schluss. Er hat seitdem keine Arbeit auf Dauer bekommen, nur hier und da befristete Jobs. Herr C. erhielt Arbeitslosengeld /Arbeitslosenhilfe, bis er dann vorzeitig mit 58 Jahren in Rente ging. Er nahm damit eine Kürzung seiner Rente von rund 19 % in Kauf.

Herr C. hat immer schwer gearbeitet, durchgängig. Stolz berichtet er, dass er trotz der schweren Arbeit nie krank gewesen sei. Nach über 30 Jahren Arbeit bleiben ihm nur 612,- Euro Rente, zzgl. Zusatzrente von 100,- Euro. Mit der Rente seiner Frau von 550,- Euro kommen beide zurecht, an Kaltmiete zahlen sie 466,- Euro.

Unvorhergesehene Ausgaben für Reparaturen etc. nimmt Herr C. von einer Reserve, die er sich während seiner Berufstätigkeit angespart hat. Diese ist für den "Notfall" gedacht, doch was heißt Notfall?

Konnte er während seiner Arbeitszeit noch jährlich in seine Heimat Spanien fahren, so geht dies bei dem jetzigen Einkommen nur alle paar Jahre, auch nur dann, wenn keine zusätzliche Kosten anfallen, etwa für zusätzliche Medikamente, die vor allem seine gesundheitlich angeschlagene Frau benötigt.

Wichtig ist Herrn C. dass er für seine Enkelkinder immer eine Kleinigkeit hat. Auch wenn er selbst von seinen Kindern finanzielle Hilfe nicht annehmen würde.

Caritas bietet in Schleswig-Holstein Migrationsberatung in Kiel, Neumünster, Itzehoe, Wedel, Quickborn, Norderstedt und Lübeck an. Hier finden Sie die Adressen.